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Erfahrungsberichte Spanisch

Erfahrungsbericht Chile - Fiene

Im letzten Schuljahr hatte ich die Möglichkeit, an einem Schüleraustausch nach Chile mit der Organisation GlobalMente, teilzunehmen. Am Anfang war ich mir noch nicht sicher, ob ich auch den Rückaustausch zu meiner Gastschwester Emilia machen möchte. 

Im Januar 2026 kam dann für sechs Wochen Emilia, die ich im Vorfeld bereits übers das Handy kennen lernen konnte, zu mir nach Deutschland. Während ihrer Zeit besuchte sie mit mir die KGS, nahm an Familienaktivitäten und Unternehmungen mit Freunden, teil. So konnte ich ihr meinen Alltag zeigen und gleichzeitig mehr über sie und ihr Leben in Chile erfahren. Letztendlich entschied ich mich dafür, den Rückaustausch nach Chile zu wagen. 

Mein Austauschziel war die Stadt Concepción, welche im südlichen Zentralchile liegt und die zweitgrößte Stadt des Landes ist. Ich entschied mich für einen individuellen Flugtermin und flog im Juni diesen Jahres, mit einem kurzen Zwischenstopp in Brasilien, alleine nach Chile. Nach meiner Ankunft in der Hauptstadt Santiago de Chile, wurde ich vom GlobalMente-Team in Empfang genommen und zu meinem Weiterflug nach Concepción, begleitet. Voller Vorfreude und etwas müde kam ich dann nach etwa 24 Stunden Reisezeit in Conception an. Meine Gastfamilie wartete bereits am Flughafen auf mich und ich wurde herzlich von ihnen empfangen. Danach ging es mit dem Auto direkt zu ihnen nach Hause, wo mir erstmal alles gezeigt wurde und ich sogar ein eigenes Zimmer für meinen sechswöchigen Aufenthalt bekam.

Während meiner Zeit in Chile besuchte ich die 10. Klasse der Deutschen Schule Conception (DSC). Ein typischer Schultag begann für mich um 7 Uhr morgens. Nachdem wir von meinen Gasteltern zur Schule gefahren wurden, startete dann um 8 Uhr der Unterricht und endete an den meisten Tagen nach neun Stunden inklusive einer Mittagspause. Da es sich um eine Deutsche Schule handelte, wurden einige der Unterrichtsfächer auf Deutsch unterrichtet und viele der Lehrer sprachen ebenfalls deutsch. Während meines Aufenthaltes besuchten auch weitere Gastschüler aus Deutschland diese Schule und man hatte die Möglichkeit, sich mit ihnen auszutauschen. Nach der Schule gingen wir dann direkt um 16 Uhr zum Deutschen Sportverein Concepción, der neben der Schule lag. Meine Austauschschwester Emilia trainierte dort täglich rhythmische Sportgymnastik. Der Verein war an die Schule angebunden und man konnte dort noch eine Vielzahl an anderen Sportarten ausüben. Gegen 19 Uhr endet für uns der Tag und wir fuhren nach Hause und aßen mit der Familie gegen 21 Uhr gemeinsam zu Abend. In dieser Zeit lernte ich eine Vielzahl landestypischer Gerichte kennen, die richtig lecker waren und deren Zutaten wir häufig auf dem Obst- und Gemüsemarkt am Samstag einkauften.

An den Wochenenden unternahmen wir viel mit Emilias Familie. Wir besuchten ihre Großeltern, fuhren an den nahegelegenen Strand und ich lernte die Stadt, die Umgebung und ihre Sehenswürdigkeiten kennen. Eines meiner Highlights war die Geburtstagsfeier von Emilia, durch die ich schon kurz nach meiner Ankunft in Chile viele ihrer Freunde kennenlernen konnte, mit denen wir dann in den kommenden Wochen vieles unternahmen.

Besonders spannend fand ich in der Schule die Alianzas, welche einmal im Jahr vor den Winterferien stattfindet. Dabei handelt es sich um einen Wettbewerb, bei dem die verschiedenen Jahrgangsstufen als farbliche Teams in sportlichen und kreativen Wettbewerben, wie unter anderem in Tänzen und Quizspielen, gegeneinander antreten.  Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mir der Austausch nach Chile sehr gut gefallen hat und eine besondere und aufregende Zeit hinter mir liegt. Natürlich war für mich gerade die Sprache am Anfang eine Herausforderung in der Schule und im Alltag. Das chilenische Spanisch unterscheidet sich von dem Spanisch, das wir aus unserem Unterricht kennen. Dazu kommt, dass viele Leute ziemlich schnell sprechen, das dazu führte, dass ich anfangs nicht immer alles verstand. Mit der Zeit gewöhnte ich mich an die Sprache, verstand mehr und wurde auch beim Sprechen von Tag zu Tag sicherer.

Insgesamt würde ich einen Schüleraustausch nach Chile auf jeden Fall weiterempfehlen. Man verbessert sein Spanisch, lernt eine neue Kultur außerhalb Europas kennen und erlebt den Alltag in einem anderen Land. Besonders gut fand ich, dass ich durch meine Gastfamilie nicht nur als Tourist in Chile war, sondern das Leben und besonders den Schulalltag dort miterleben konnte. Ich bin unglaublich dankbar für all die tollen Erfahrungen und die wunderbaren Menschen, die ich dort kennenlernen durfte. Besonders freut mich, dass der Kontakt zu meiner Gastschülerin Emilia nach wie vor da ist und wir uns regelmäßig austauschen. 

Auch wenn in den ersten Tagen nicht immer alles einfach war, war ich am Ende total happy, mich für den Austausch entschieden zu haben und es gewagt habe, mich auf das Abenteuer Chile einzulassen.